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Fa. Gierster-Wittmann e.K.

Vilsvorstadt 11, 13, 15

94474 Vilshofen

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Geschichte


Vom ersten Auto in der Stadt bis zur Formel 1

Vilshofener Firma verkauft in die ganze Welt − Das Traditionsunternehmen Gierster feiert in diesen Tagen seinen 100.Geburtstag

- Zeitungsartikel vom 15.10.2011 im Vilshofener Anzeiger -

Mit dem ersten Auto in Vilshofen legte Urgroßvater Ferdinand Gierster den Grundstein für eine Firmensaga, die in diesen Tagen ihren 100. Geburtstag feiern kann − vom Mietwagenunternehmen und der ersten Tankstelle in Vilshofen über einen der größten Motorradhändler der Region bis hin zu einem der bedeutendsten Spielwarenfachgeschäfte in ganz Niederbayern und einem der europaweit wichtigsten Anbieter für Modellautos im Maßstab 1: 18 hat sich das Unternehmen in all den Jahren entwickelt.

Mittlerweile wird es in dritter und vierter Generation geführt und beschäftigt 13 Mitarbeiter. Zum Geburtstag des Traditionsunternehmens in der Vilsvorstadt hat der Vilshofener Anzeiger im Familienalbum geblättert und sich von der Enkelin des Firmengründers, Ursula Gierster-Wittmann (59), ihrem Ehemann Hans (62) und Sohn Florian (33) die äußerst facettenreiche Erfolgsgeschichte erzählen lassen.

Die Anfänge der Firma Gierster
Die erste Tankstelle in Vilshofen

Taxi, Autos, Motorräder, Nähmaschinen, Kinderwägen, Fahrräder, Spielwaren und schließlich der Modellautovertrieb im Internet − das schaffen andere nicht in 1000 Jahren. Wie kam es zu diesem furiosen Wandel?

Ursula Gierster-Wittmann: Das Familienunternehmen wollte einfach immer am Puls der Zeit bleiben. Der Urgroßvater war äußerst umtriebig, hatte nicht nur eine Gaststätte am Stadtplatz, sondern verkaufte auch Fahrräder und Nähmaschinen und muss obendrein ein richtiger Autofreak gewesen sein.

1906 hat er sein erstes Auto gekauft, und weil es ihm zu schwach war und er nicht richtig über den Berg kam, hat er es sofort gegen einen Colibri eingetauscht. Das erste Mietauto war dann ein Adler mit zwei Sitzbänken der Firma Norddeutsche Automobilwerke GmbH. Damit hat er die Leute durch ganz Niederbayern chauffiert. Das war 1911. In den Folgejahren stieg die Firma ins Auto- und Motorradgeschäft ein. 1927 verkaufte Gierster das erste BMW Kraftfahrzeug. 1936 übernahm dessen Sohn Richard das Unternehmen und hatte Mitte der Fünfziger´ Jahre neben dem Autohandel eine der größten Motorradniederlassungen in Niederbayern.

Wie kommt es, dass Sie heute Ihr Hauptaugenmerk auf Spielzeug und Modellautos legen?

Hans Wittmann: BMW verlangte von meinem Schwiegervater damals, dass er außerhalb der Stadt groß bauen würde. Das wollte er aber nicht, da er seinen Töchtern die Führung einer Kfz-Handlung nicht zutraute. Und die in der Firma beschäftigten Automechaniker haben ihnen anscheinend nicht gefallen...

Deshalb wurde das Geschäft mit Fahrrädern, Kinderwägen und Nähmaschinen forciert. Mit den Kinderwägen verkauften wir auch Puppenwägen und natürlich auch Puppen und Spielzeug für Kleinkinder, so hat sich das Geschäft allmählich verlagert.


Autofreak Ferdinand Gierster
Er besaß 1906 nicht nur das erste Auto, vielmehr eröffnete er 1911 das erste Taxiunternehmen. Stolz sitzt er am Steuer und chauffiert seine Passagiere. Im Hintergrund das alte Vilshofener Krankenhaus.

Gibt es noch Erinnerungsstücke an die Zeiten von anno dazumal?

Wir haben sehr schöne Schriftstücke und Fotos, unter anderem den ersten Führerschein des Urgroßvaters, der ihm erlaubte, ein Kraftrad zu fahren. Statt eines Führerscheins fürs Auto bekam er zunächst eine Betriebsanleitung für den Colibri. Erst später, am 10.Mai 1909, dann den offiziellen Führerschein, der ihm gestattete, das 3,62 PS starke Gefährt zu lenken. Auch beim ADAC war er registriert, mit der Mitgliedsnummer 9967. Natürlich haben wir auch noch viele alte Nähmaschinen auf dem Dachboden, die aus der Zeit um die Jahrhundertwende datieren. Sie waren das Spezialgebiet von Oma Elisabeth, die 87 Jahre alt ist. Mit Hingabe hat sie die Geräte verkauft und sich stundenlang Zeit genommen, die Käuferinnen anzulernen.

Besonderes Schmuckstück ist aber ein altes Motorrad aus dem Jahr 1938. Das konnten wir vor ein paar Jahren zurückkaufen, als das Haus mit der Pizzeria „Toni“ saniert wurde. In einem Holzverschlag zwischen alten Kartoffelsäcken sollte es seit den Fünfziger Jahren dort eingebaut sein, erzählten die Kinder des ehemaligen Besitzers Erich Ratzinger. Und sie hatten recht.


In einem Punkt ist sich die Firma über all die Jahre treu geblieben. Sie ist auch heute noch in der Vilsvorstadt. Ein Vorteil?

Angebote, das Gelände zu verkaufen, hätte es sehr wohl gegeben. So wollte die Lebensmittelkette Tengelmann gerne hierher. Wir aber haben uns entschlossen, zu bleiben und in all den Jahren ständig erweitert, Häuser dazugekauft und vergrößert. Das sieht man heute noch daran, dass der Verkaufsraum keine ebenerdige Fläche ist, sondern hier und dort zwei, drei Stufen genommen werden müssen. Angefangen hat der Urgroßvater mit rund 100 Quadratmetern, heute haben wir 800. Wo früher die Schmiergrube der Autowerkstatt war, sind nun die Plüschtiere untergebracht.

Die 50er Jahre
Im Schauraum Automobile von BMW wie die Isetta und viele Motorräder

Wie kam Großvater Richard mit dem Wandel „seines“ Geschäftes klar?

Einmal gab es eine Auseinandersetzung. Es ging um die Dekoration der Schaufenster. Der Opa hing immer noch den Autos nach und hatte Autofelle dort ausgestellt. Wir meinten, dass die Modelleisenbahnen sinnvoller seien und räumten um. Am nächsten Morgen war die Oma ganz aufgeregt, weil sie den Opa nirgends finden konnte. Ganz klar, er war im Geschäft und als wir kamen, waren die Autofelle wieder dort, wo er sie haben wollte. Das sorgte dann ein paar Wochen lang für Diskussionsstoff, bis er eingesehen hat, dass wir recht hatten.

Ganz sind Sie von den Fortbewegungsmitteln nicht weggekommen.

Stimmt. Fahrräder verkaufen wir noch immer. Nur die Autos sind wegen unserer Platzverhältnisse eben ein wenig kleiner ausgefallen. Unser Sohn Florian hat sich schon früh für Modellautos interessiert. Zusammen mit seiner Frau Alexandra (29) betreibt er nun den Onlineshop www.modellauto18.de. Wir haben damit ein zweites Standbein aufgebaut, sind zu einem der europaweit größten Anbieter für Modellautos im Maßstab 1:18 geworden und liefern von Vilshofen aus in die ganze Welt.

Formel-Eins-Weltmeister Sebastian Vettel ist in dieser Hinsicht sicher gut fürs Geschäft.

Florian Wittmann: Ganz klar, Vettels Red Bull ist zur Zeit der Super-Renner. Aber auch das Schumacher-Auto läuft gut. Wir haben rund 1500 verschiedene Modellautos in 1:18 auf Lager, die von hier versandt werden. Das Geschäft mit Frankreich läuft übrigens hervorragend, da meine Frau Alexandra aus Südfrankreich kommt und natürlich perfekt auf Französisch kommunizieren kann. Unter anderem haben wir auch Kunden in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Kasachstan, in Japan... Ein Japaner bestellt regelmäßig Steiff-Teddy-Bären bei unserem 2. Online Shop www.classic-teddy.de.

Liegt die Zukunft der Firma Gierster im Internethandel?

Ursula Gierster-Wittmann: Solange mein Mann und ich die Arbeit noch machen können, sind wir hier fürs Stationäre zuständig. Freilich würden wir parallel dazu gerne weitere Internetshops eröffnen, aber das ist zeitlich einfach nicht zu schaffen. Wir haben mittlerweile 49 000 Artikel im Computer, angefangen vom Ersatzteil für den Stromabnehmer der Modelleisenbahn bis zum Kindertrampolin. Und Sohn Florian kommt wegen der Modellautos nicht mehr vom PC und Telefon weg. Mehr geht im Augenblick nicht mehr.


Wenn Sie sich zu Weihnachten ein Spielzeug wünschen dürfen, was wäre das?

Hans Wittmann: Natürlich eine Modelleisenbahn, meine Liebe dazu kann ich nicht verheimlichen. Im Moment habe ich leider keine. Denn meine Eisenbahn war im Schaufenster ausgestellt. Leider hat ihr dort die Sonne so stark zugesetzt, dass sie schließlich der Säge zum Opfer gefallen ist und in Teilen auf dem Dachboden schlummert − zusammen mit den vielen anderen Raritäten aus vergangenen Zeiten.

Das Interview führte Elke Fischer

Drei Generationen feiern in diesen Tagen den 100. Geburtstag der Firma Gierster
(v.r.) Ursula Wittmann-Gierster mit Mutter Elisabeth Gierster, Ehemann Hans Wittmann und Sohn Florian mit dessen Ehefrau Alexandra.

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Impressum


  • Fa. Gierster-Wittmann e.K.
  • Inhaber Florian Wittmann
  • Vilsvorstadt 11, 13, 15
  • 94474 Vilshofen
  • Handelsregister:
  • Amtsgericht Passau HRA 6131
  • Umsatzsteuer-ID: DE304955503

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